Mit einem bisher unveröffentlichten Comic über Zeit, Struktur und Chaos habe ich mich an dem Projekt „Kultur trotz Corona“ des Literaturportals Bayern beteiligt. Das Projekt dient dazu, bayerische Literaturschaffende zu unterstützen.
Verkauf meiner Inktober-Tuschezeichnungen!
Ich verkaufe 11 Originalzeichnungen aus meiner Inktober Serie, die ich letztes Jahr in Kanada gemacht habe und die ich gerade in der Schwabillu im Augsburger Glaspalast ausstelle. Wenn ihr interessiert seid, schreibt mir eine kurze Mail, an anfragen@lisafruehbeis.de. Ich lasse euch dann unverbindlich mehr Informationen zukommen. Von jedem verkauften Bild spende ich außerdem aus aktuellem Anlass 20% an pro Asyl. Natürlich bekommt ihr dann auch eine Spendenquittung.
Vernissage Schwabillu - Schwäbische Ausstellung für Illustration
Ihr habt euch schon immer gefragt, was Illustration ist und was sie bewirken kann? Dann ab in die SCHWABILLU - die erste schwäbische Ausstellung für Illustration, im H2 - Zentrum für zeitgenössische Kunst, im Augsburger Glaspalast!
Dort werden gerade meine Tuschezeichnungen aus Kanada 2019 zusammen mit den Illustrationen vieler talentierten Kollegen ausgestellt. Bis zum 25. Oktober könnt ihr hier eine Bandbreite an wunderbaren Illustrationen von insgesamt 35 Künstler*innen ansehen.
Ob Comicbilder, Kinderbuchillustrationen, Werbung, Druck oder Plakat - die Illustrationen haben viele Gesichter. Manchmal witzig, manchmal provokant oder sachlich. Das spannende daran ist, dass sie trotz ihrer unterschiedliche Stile und Techniken eines gemeinsam haben: Ganz ohne Worte können sie komplizierte Sachverhalte erklären oder sogar eigene Geschichten erzählen und die Welt so ein kleines bisschen verständlicher machen.
Die Vernissage zu der Ausstellung war bereits am Donnerstag, 17. September. Barbara Friedrichs (Kommissarin für Popkultur) eröffnete den Abend mit einer kurzen Rede und Mississippi Isabel, "die beste Band Bayerns" (Achim Bogdahn, BR2), hat uns den Abend mit feinen Tönen versüßt. Die Vernissage war übrigens die erste in dem Gebäude seit dem Corona-Lockdown! Gerade deshalb war es sehr schön, alle bei dieser wunderbaren Gelegenheit in einer bunten Maskenmodenschau wiederzusehen.
Und auch die Presse war begeistert. Hier ein kleiner Vorgeschmack darauf, was euch in der Schwab!llu erwartet:
„Ein ganzes Feuerwerk eröffnet dagegen Lisa Frühbeis. [..] Mit knalliger Acryltinte und Tusche hat die 33-Jährige das Leuchten der Natur in den Herbstmonaten eingefangen. Realität und Imagination gehen im Meer der Farben ineinander über. Die Gewinnerin des Max und Moriz-Preises versucht in ihren Werken auch die Interaktion des Menschen mit der Natur darzustellen.“ - Tanja Ferrari, Augsburger Allgemeine
An dieser Stelle möchte ich Nontira Kigle für ihre kuratorischen und verwaltenden Bemühungen danken. Danke auch an Barbara Friedrichs, die diese Ausstellung überhaupt erst möglich gemacht hat! Und vielen Dank an das helfende Team und die Mitglieder des Augsburger Illustratoren-Netzwerkes (wir arbeiten zusammen wie eine gut geölte Maschine)!
Meine Bilder stehen übrigens auch zum Verkauf! Mehr dazu erfahrt ihr in meinem nächsten Blogbeitrag!
Presse-Artikel:
Augsburger Allgemeine
Neue-Szene
Augsburg-TV
Schwabillu.de
Turamichele-Comic für die Stadt Augsburg
Jedes Jahr seit fast 400 Jahren findet Ende September das Turamichele-Fest auf dem Augsburger Rathausplatz statt. Dieses Jahr musste das Fest aufgrund der Corna-Pandemie leider ausfallen. Dennoch hat der Veranstalter Augsburg Marketing versucht, das Fest auf andere Weise zu zelebrieren und so wurde ich dazu beauftragt, einen Turamichele-Comic in Form von Postern und Schulmaterial zu erstellen. Für den Comic habe ich mit einer Kollegin zusammengearbeitet. Sie hat den Text geschrieben, den ich dann in eine Story umgebaut habe. Dafür stand ich zunächst vor zwei Herausforderungen: Erstens sollte der Comic für alle Alters- und Klassenstufen verständlich sein, daher gibt es auch Erklärtexte zu den Bildern und zweitens handelt es sich beim Turamichele um keine reale Person, sondern eher um einen Mythos, der aber als Augsburger Sage gilt. Den fertigen Comic könnt ihr nun hier betrachten. Außerdem habe ich noch eine Turamichele-Stähle gemacht, die jedoch dieses Jahr nicht ausgestellt werden konnte.
Text: Kerstin Öchsner
Grafik: Florian Schläffer
Farben: Yi yinfinity Luo
Rückblick Comic Artist in Residence in Malmö, Schweden
Ein besonderes Highlight dieses Jahr war meine Comic Artist in Residence bei dem schwedischen Comicverband in Malmö. Dafür wurde ich von 100 Bewerber:innen der Seriefrämjandet ausgesucht. Mein ursprünglicher Gedanke für die Residency war, einen journalistischen Sachcomic mit alten schwedischen Frauen zu machen, denn in Schweden gibt es den geringste Gender Pay Gap und in Deutschland größten. Allerdings war das Projekt aufgrund der Abstandsregelung während der Corno-Pandemie so nur schwer realisierbar. Tatsächlich hatte ich auch schon früher im Jahr vorgehabt, nach Schweden zu reisen, damals waren die Grenzen jedoch auch aufgrund von Corona nicht passierbar.
Dann bei Grenzöffnung im Juli entschied ich mich, sehr kurzfristig das Stipendium anzutreten, und konnte im August im fast Fallfreien Schweden in Malmö an einem anderen Projekt arbeiten: einer Auftragsarbeit des Comicsalons Erlangen für eine Ausstellung feministischer Comiczeichnerinnen, wo ich eine von sechs Spotlight Künstlerinnen bin, neben Barbara Yelin und Prof. Anke Feuchtenberger. Alle sechs schaffen Arbeiten über ihre Vorbilder – ich habe in Schweden über Leben und Werk Tove Jannsons recherchieren und zeichnen können. Die Zeichnung besteht aus einer großen Malerei mit kleineren Szenen darin. Wenn alles gut läuft, wird die feministische Comicausstellung vielleicht sogar nächstes Jahr auf dem Comic-Festival München ausgestellt!
Pressestimmen zu "Busengewunder"
“Frühbeis ordnet ihren klaren Strich stets der Botschaft unter und zeichnet pointiert. Überraschend ist, dass ihre Comics trotz der enormen Ungerechtigkeit, von der sie erzählen, nie ihren leichten Ton verlieren.“
-- Münchner Merkur, 10.06.2020
"Empathisch, komisch und nachdenklich stimmend."
-- Sabine Buchwald, Süddeutsche Zeitung , 05.06.2020
“Eine sehr spaßige, sehr erhellende Lektüre für alle.”
--Thomas Böhm, Radio Eins, 31.05.2020
„Anlässe zum Wundern, Ärgern oder Kichern findet die Zeichnerin ihrem Alltag genug - ob es um gezeichnete Brüste geht, toxische Männlichkeit oder die Frage, ob Frauen beim Heimwerken einen rosa Hammer brauchen.“
-- Judith Heitkamp, Bayerischer Rundfunk, 27.5.2020
„Lisa Frühbeis macht klar, wie sehr wir alle – also auch die Frauen – von patriarchalen Denkmustern geprägt sind.“
-- Andrea Heinze, rbbKultur, 15.07.2020
„In 30 Episoden verbindet Frühbeis geschickt Autobiografisches mit Einblicken in die Geschichte des Büstenhalters oder in die Paragrafen des nicht ganz neutralen Strafgesetzbuchs. Getreu dem feministisch gefärbten Spruch, dass das Private politisch ist, gibt sie ihren Erfahrungen als Frau Raum und verleiht ihnen durch wissenschaftliche Fakten und Studien Tiefe und Relevanz“
-- Rilana Kubassa, Der Tagesspiegel, 27.06.2020
„Es ist eine Erleichterung, „Busengewunder“ aufzuschlagen. Männer sind nicht stark, Frauen sind nicht nackt.
Alle sind einfach da und haben etwas an. Busengewunder“ ist ein guter Comic, um im Gespräch zu bleiben.“
-- Sarah Mahlberg, Deutschlandfunk Kultur, 22.05.2020
"Zum Glück gibt es Lisa Frühbeis, die mit staubtrockenen Geschlechterrollen bricht."
-- Katja Klengel, rbbKultur
“Die Comics sind so humorvoll und zugleich scharfsinnig, dass auch im Thema versierte Feminist*innen ihren Spaß haben werden. Besonders aber eignen sie sich, jungen Menschen feministische Diskurse näherzubringen, die noch wenig Berührung damit hatten.”
-- Isabella Caldart, Missy Magazin, 01.05.2020
“Köstlich, wirklich köstlich, was Lisa Frühbeis hier in ihren Comic-Kolumnen an Witz und Informationen präsentiert.“
-- Comickunst, 31.05.2020
Digitaler Comicsalon Erlangen
Am Digitalen Comic Salon #csedigital war ich in zwei Webforamten zu sehen:
Einmal in der digitalen Comiclesung mit Interview von Barbara Yelin:
Start bei 3:20:00
Und am Sonntag war ich mit Brigitte Helbing und Julia Bernhard im Gespräch über Feminismus im Comic:
Max und Moritz Preis: Bester Comic Strip
Mein Buch “Busengewunder” wurde mit dem Max und Moritzpreis für den besten Comicstrip ausgezeichnet. Vielen Dank! Hier gebe ich ein kleines Interview während der Online-Verleihung, und halte eine kurze traurige Rede über Comicstrips. Mehr über den Max und Moritz Preis 2020, den wichtigsten deutschen Comicpreis, und deren Gewinner, gibt es hier im Tagesspiegel.
Rückblick Aufenthaltsstipendium in Québec, Kanada
Text zuerst veröffentlicht auf dem Literaturportal Bayern.
Ich bin Comicautorin und -zeichnerin, und war im September und Oktober 2019 als Artist in Residence in der Maison Fairview Scott in Gatineau, Québéc.
Die Maison Fairview Scott ist ein beeindruckendes Haus. Mit seinen knapp 150 Jahren gehört es in Kanada zu einer Handvoll „Altbauten“ – nicht nur, weil das Land so jung ist, sondern auch, weil der Altbestand des Landes fast vollständig abgebrannt ist. Dementsprechend umfassend ist auch die Maison Fairview mit Feuermeldern ausgestattet. An dieser Stelle ein lieber Gruß an die Feuerwehr Gatineau, die extra wegen mir ein Würstelfest zum Hundertjährigen mit zwei Löschzügen verlassen hat, um meine Bratzwiebeln zu löschen.
Das Haus hat zwei riesige, ausufernd bestuhlte Zimmer, ein riesiges unmöbliertes Zimmer, und zwei kleine, nischige im ersten Stock, die ich sofort zu meinen Arbeitsstall erkoren habe. Vorher wurde mir jedoch ein Mietvertrag zur Unterzeichnung hingehalten, der mir vorschrieb, auf keinen Fall mehr als 60 Personen einzuladen.
Die ausgesprochen einladende Lage der Villa in einem kleinen Park direkt neben dem Nationalpark Gatineau ist zur Herbstzeit ein Lottogewinn. Beginnend vor der Haustüre spielt sich ein Slow-Motion Feuerwerk, eine zweimonatige Farbexplosion, mit atemberaubender Vielfalt ab. Lila Schimmer wiegen sich neben silbernen Girlanden, zartes Gelb schmiegt sich an beruhigendes Orange, und dominierend über allem dieses leckere, saftige, unersetzbare Rot. Autos stapeln sich am Straßenrand, Besucher blicken ungläubig nach oben im Versuch, um dieses Rot zu begreifen, bevor es wieder verschwindet.
Ich habe während meiner Künstlerresidenz an drei Werken gearbeitet:
1. Ein Ziel war die Fertigstellung meines alten Werkes „Busengewunder“ (erscheint Mai 2020 im Carlsen Verlag): Dieses Buch besteht aus Episoden meines Werkes meiner wöchentlichen Comic-Kolumne „100 days of Strangelife“, das 2017 bis 2019 im Tagesspiegel Berlin erschienen ist, sowie 6 neuen Episoden, die ich in Gatineau geschrieben, konzipiert, getextet und gezeichnet habe. Außerdem habe ich das Cover des Buches, den Seitenplan und die Reihenfolge der Seiten ausgearbeitet.
Die Storyboards hatte ich schon weitgehend angefertigt, also standen vor allem Reinzeichnungen an. Reinzeichnen ist eine ruhige Arbeit, die lange Konzentrationsbögen fordert. Ich zeichne mit Tuschefüller, schwarzem Kalligrafiepinsel und einer selbst angemischten grauen Gouacheflüssigkeit auf Aquarellpapier. Das Storyboard drucke ich dazu in der bereits richtigen Größe aus, lege es auf den Leuchttisch, klebe das Aquarellpapier mit Tesa fest, und lege los. Die Klebseite des Tesafilms mache ich davor an meinem Pulli staubig, damit sie weniger klebt und beim Abziehen das Aquarellpapier nicht beschädigt. Hier die richtige Balance zwischen nicht zu sehr klebend, aber trotzdem genug klebend zu finden, gehört sicherlich zu den aufregenderen Minuten des zeichnerischen Teils.
Als sehr ungeduldiger Mensch ist die Zeichenphase für mich nach wie vor eine Herausforderung. Das mag verwundern („Wieso hat sie dann diesen Beruf gewählt?“), aber Comiczeichnen besteht eben nicht nur aus dem zeichnerischen Teil, sondern vereint sowohl Aspekte der Geschichtenentwicklung wie Text schreiben, Bildkonzept schaffen, „Regie führen“, als auch ästhetische Aufgaben wie Characterdesign, Lettern oder Colorieren. Ich mag diese Abwechslung. Dazu kommt, dass ich auch als Graphic Recorderin (Livezeichnerin) auf Veranstaltungen arbeite – hier erschaffe alle 5 fünf Minuten ein Bild und darf ich im keinen Preis zögern, denn direkt nach der Veranstaltung werden alle Ergebnisse gezeigt. Das Ergebnis soll verständlich, durchaus ästhetisch, aber kein Kunstwerk sein. Beim Erschaffen von Bildern für ein gedrucktes Buch habe ich einen ganz anderen Anspruch. Dementsprechend länger dauert das Zeichnen. Und dementsprechend mehr Disziplin brauche ich in diesem Teil der Arbeit. Ich belohne mich dafür sehr gerne mit Hörbüchern – in meiner Zeit in Québec habe ich mindestens zehn lange Schinken durchgeackert.
Gleichzeitig ist es schön, beim Zeichnen zur Ruhe zu kommen. Das hat sich in Québéc noch potentiert: durch die Zeitverschiebung kommen bis Mittags E-Mails, bis 15 Uhr vielleicht noch private digitale Anrufe rein. Danach beginnt der störungsfreie Teil des Tages. Ich bin typische Generation X -– Millenial, also zwar ohne Internet aufgewachsen, aber ab der Pubertät komplette Übernahme, seitdem darin eingewickelt. Das Ausbleiben meiner gewohnten Dopaminschübe in den stillen kanadischen Abendstunden hatte seltsame Auswirkungen. Es machte mich nervös, ja ist war mir fast ein bisschen unheimlich. Die Zwangspause ließen mich so drei neue Gewohnheiten entwickeln: a) Durchhalten lernen, b) Ausgiebige Instagramstories konzipieren, um in Kontakt zu bleiben und c) Einen intensiven Sprachnachrichtenaustausch mit einem Comickollegen anfangen, der gerade eine Residency auf Bali verbringt, und ebenfalls 6 Stunden Zeitverschiebung hat – nur in die Andere Richtung. So haben wir uns über ein paar Wochen zu meinem abendlichen Acht Uhr und seinem morgendlichen Acht Uhr Beobachtungen über das zeichnerische Leben um die Welt geschickt.
2. Meine zweite, große Aufgabe war die Überarbeitung und Ausarbeitung eines /70 Seiten langen Comics von 2018, „Die Walpurgisnacht“. Mit dem Konzept und dem Ansatz, die Geschichte stärker in eine Gruselgeschichte zu verwandeln, war ich für die Residency ausgewählt worden. Es geht in der Geschichte um eine alleinerziehende Mutter, die künstlerisch schaffend tätig ist und Geldsorgen hat, In einem Ausbruch der Überforderung verwandelt sie sich in ein Monster und haut ab. Während meiner Künstlerresidenz habe ich das Manuskript komplett überarbeitet, in weiten Teilen neu geschrieben, sowie die Figuren konzipiert und gezeichnet.
Eine Gruselgeschichte in einem einsamen Haus mitten in einem Park in einem fremden Land zu schreiben, ist natürlich geradezu ironisch. Noch dazu bin ich ein ausgesprochen schreckhafter Mensch. Abends saß ich also in meinem knackenden Holzhaus auf einem Sessel im kleinsten Zimmer, alle Vorhänge zugezogen, draußen gröhlende Jugendliche im Park. Auf dem Programm: Gruselfilm Recherche. Eine Hand am Notizblock, die andere vor den Augen, schaute ich Filme wie „A quiet Place“ oder „Psycho“, in denen es vor allem um die emotionale Ausarbeitung der Figuren in der Paniksituation geht. Meine Notizen sahen dann etwa so aus: „Wie kann ich die Figur maximal leiden lassen?“ oder „Nicer Doppeldeutiger Dialog… dieser Hitchcock wieder“. Entspannen konnte ich mich dann wieder bei Filmen mit interessantem weiblichen Characterdesign zur visuellen Inspiration, wie „Prinzessin Mononoke“ oder „Mad Max Fury Road“. Dazu habe ich in mein Skizzenbuch gezeichnet und unterschiedliche kanadische Chips gegessen, inklusive Foodrezenssion auf Instagram (Favourit: Bio Rote Beete Chips, leider natürlich die teuersten).
3. Eine dritte Aufgabe war das Kurzprojekt „Inktober“, einer sympathischen Instagram- Aktion, bei der Millionen Zeichnende jeden Oktober mitmachen, in dem sie täglich ein Bild mit Tinte zeichnen und veröffentlichen. Hier mitzumachen, hatte ich eigentlich gar nicht geplant. Aber von meiner ersten Radreise in die benachbarte Hauptstadt Ottawa, um einen Künstlerbedarfladen aufzusuchen, brachte ich einen Spontankauf mit: Acryltinte. Mir bis dahin unbekannt, fing ich an, die kanadische leuchtende Baumwelt mit dieser keinen Fehltritt verzeihenden, aber extrem leuchtstarken Tinte festzuhalten. Bereits vorher mit dem Spaß und der großen Effektivität von kurzen, täglichen Kreativsprints mit Einschränkungen in Kontakt gekommen, beschloss ich kurzerhand, beim Inktober mitzumachen und die kanadischen Natur im Kontakt mit den Bauten der Zivilisation zum Motiv zu machen. Diese Stunde brachte mir jedes Mal die reinste Freude. Als Vorbild dienten mir dabei Fotos, die ich auf meinen täglichen Radausflügen durch den benachbarten Nationalpark geschossen hatte. Ein eigenes, ganz wunderschönes Schreibtischchen diente mir als Zeichenstation. Überhaupt habe ich noch nie so viele Schreibtische und Arbeitszimmer zur Auswahl gehabt.
Abschließend bleibt zu berichten, dass es, trotz vieler Schwierigkeiten in meiner Residency (bedingt durch Komplikationen im Haus und langer Krankheiten im Organisationskommitee) eine einzigartige Gelegenheit ist, ein Land so intensiv kennenzulernen. Danken möchte ich dem Kundenunstministerium Bayern für die Bereitstellung der Förderung, die es ermöglicht, so konzentriert an literarischen Projekten zu arbeiten. Außerdem dem organisierenden „Conseil des arts et des lettres du Québec“ für ihren seinen Anteil der Fördermittel an der Förderung, und dem Literaturverein Gatineau für die Organisation einer sehr angenehmen Abschlussausstellung. Mein ganz besonderer Dank gilt der Vorsitzenden des Kulturvereins Ottawa, der Autorin Céline Deguise, und ihrem Mann, dem Künstler Michel Coté, die mich beim Ausfallen des Literaturvereins spontan unter ihre Fittiche genommen, und mir das Land gezeigt haben.
BUSENGEWUNDER ab Mai beim Carlsen Verlag
Ich bin mega stolz und glücklich 😁 Mein erstes Comicbuch erscheint beim Carlsen Verlag! Es enthält alle feministischen Kolumnen aus dem Tagesspiegel – Und einige neue.
Aus dem Rückentext: “Warum sind sechs von sieben Figuren bei „Super Mario Kart“ männlich? Und ausgerechnet Princess Peach fährt natürlich lahm und kichert nervig! Ist es nicht seltsam, dass das Bürgerliche Gesetzbuch weiblichen Exhibitionismus nicht kennt? (Nackte Frauen sind ja auch hübsch anzuschauen!) Hast du gewusst, dass rasierte Beine ursprünglich einmal die teuren Nylonstrümpfe der kleinen Frau waren? Und wieso benennen wir eigentlich das weibliche Genital nach Behältnissen für Kostbarkeiten?
Scharfsinnig, meinungsstark und mit viel Humor stellt Lisa Frühbeis in ihren feministischen Comic-Kolumnen Beobachtungen zu den vorherrschenden Geschlechterrollen an, um überraschende Schlüsse daraus zu ziehen und bissige Denkanstöße zu geben.”
Ab jetzt vorbestellbar!
Postkarte aus dem Homeoffice für den Comicsalon Erlangen
Der Comicsalon Erlangen hat einige Comicmachende gebeten, ein Zeichen aus dem Corona Homeoffice zu senden. Vielen Dank! Auch an euch schöne Grüße. Hier ist mein ganzer Beitrag zu sehen.
Masterclass Dokumentarische Comics: Tag der Befreiung in München
27.03.2020 bis 29.03.2020:
Können wir dem Vergessen der NS-Zeit mit visuellen Geschichten entgegen arbeiten? Wie können wir auf Basis von historischem Material frei und zugleich historisch stimmig erzählen? Lassen sich durch das flexible Medium Comic neue Denkräume öffnen?
Im Rahmen des Workshops werden Kurzcomics über das Ende des Zweiten Weltkriegs in München konzipiert und entwickelt. Anlass ist der 75. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und damit des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa und der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 2020.
Die zu entwickelnden Kurzcomics basieren auf Zeitzeug*innenberichten. Hierfür werden vor Ort Interviews geführt sowie mit Archivaufnahmen gearbeitet.
Innerhalb von drei Tagen lernen die Teilnehmenden des Workshops, wie sie in kürzester Zeit einen dokumentarischen Comic konzipieren und in weiten Teilen umsetzen können. Das Workshop-Programm setzt sich zusammen aus Interviews und Materialrecherche (Tag 1), Erarbeitung einer Geschichte aus Fakten (Tag 2), und visuelle, kreative Herangehensweise unter Berücksichtigung dokumentarischer Gegebenheiten (Tag 3).
Der Workshop findet im Rahmen der Ausstellung „Erika Mann. Kabarettistin – Kriegsreporterin – Politischer Rednerin“ in der Monacensia im Hildebrandhaus statt. Eine Führung durch die Erika-Mann-Ausstellung und das Hildebrandhaus sind ebenfalls Bestandteil des Workshops.
Der Workshop wird geleitet von Paula Bulling (Comiczeichnerin, Dozentin Kunsthochschule Kassel) und Nathalie Frank (Journalistin, Comicszenaristin, Expertin Comicjournalismus) sowie Lisa Frühbeis (Comiczeichnerin, Graphic Recorderin, Kreativcoach). Anwesend sind außerdem Historiker*innen des NS- Dokumentationszentrum München und des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.
Zugfahrt München Paris für die Brooklyn Art Library (NY)
In 30 Bildern habe ich für das Brooklyn Art Library die Zugfahrt von Paris nach München bebildert. Das “Tiny Sketchbook Project” präsentiert besonders winzige Skizzenbücher.
Ausstellung feministische Comics Mainz
Where feminists draw the Line: Ausstellung und Lesung im Gutenberg Zentrum Mainz, organisiert vom Frauenhaus Mainz und der feministischen AG der Universität. Vielen Dank an das schöne Programm an das Team! Ich hatte Freude mit meinen tollen Kolleginnen Franziska Ruflair, Julia Bernhard, Seda Demiriz, Lara Kaa und Nina Pagalis.
Artist in Residence in Gatineau, Québéc (CANADA)
Aus der Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums:
Wissenschaftsminister überreicht begehrte Auszeichnung – „Ihr zeichnerisches Erzählen ist eine Bereicherung für das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Bayern“ – Studium in Augsburg, Lehrauftrag in Würzburg
MÜNCHEN. Die Comic-Autorin Lisa Frühbeis aus Augsburg erhält das Aufenthaltsstipendium im Rahmen des Austauschprogramms Bayern-Québec. Das gab Kunstminister Bernd Sibler heute in München bekannt, wo er ihr die Auszeichnung überreichte. „Lisa Frühbeis hat in der Comic-Szene durch ihr Talent und ihr vielfältiges Engagement auf sich aufmerksam gemacht. Ihr zeichnerisches Erzählen im Namen des Feminismus und gegen Geschlechterungerechtigkeit ist eine echte Bereicherung für das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Bayern. Ihre Geschichten treffen den Nerv der Zeit! Sie scheut sich nicht, Tabus anzusprechen und gegen Konventionen anzugehen – scharfzüngig, frech und querdenkend!“
Dank des Stipendiums kann die Künstlerin im Herbst 2019 zwei Monate lang in der Maison Scott in Gatineau, der viertgrößten Stadt der Provinz Québec, im Rahmen des Schriftstelleraustauschs Bayern und Québec leben und künstlerisch tätig sein. Das Stipendium wird partnerschaftlich vom Oberpfälzer Künstlerhaus Schwandorf-Fronberg und der Association des auteurs et auteures de l’Outaouais (AAAO) und der Stadt Gatineau durchgeführt.
Im Rahmen des Austauschs waren bereits drei Comic-Künstler im Oberpfälzer Künstlerhaus Schwandorf-Fronberg zu Gast: Adrian Norvid (2017), Christian Quesnel (2018) und Valérie Boivin (2019). Neben dem Übersetzer Michael von Killisch-Horn (2016) und dem Lyriker Reinhard Lechner (2018) ist nach Twyla Weixl (2017) Lisa Frühbeis die zweite Vertreterin des Comics aus Bayern in Québec. „Es freut mich, dass die Comic-Künstlerinnen und -künstler aus Bayern und Québec so großes Interesse an diesem Austausch zeigen und ihre Bewerbungen besonders erfolgreich sind. Die starken Comic-Szenen beider Regionen beleben den kulturellen Dialog zwischen Bayern und Québec“, so Staatsminister Sibler.
Lisa Frühbeis – geschätzte Künstlerin im Bereich des feministischen Comics
Lisa Frühbeis, die mit Masterabschluss an der Hochschule Augsburg studiert hat, hat sich einen Namen im Bereich des feministischen Comics gemacht. Sie hat an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen und zu Publikationen beigetragen und wurde durch etliche Künstlerresidenzen – etwa in Angoulême (Frankreich) – ausgezeichnet. Ihr Webcomic „My 100 Days of Strangelife“ erschien zwei Jahre lang im Berliner Tagesspiegel. Lisa Frühbeis unterrichtet seit 2019 Illustration an der Hochschule Würzburg und ist als Graphic Recorderin und Kreativcoach tätig. In Québec wird sie an ihrem Projekt „Walpurgisnacht“ arbeiten, einer Gruselgeschichte über eine alleinerziehende Mutter, die das relevante Thema der durch Überlastung blockierten, kreativschaffenden Frau beleuchtet. Ein Einblick in die Arbeiten wird als Comicblog im Literaturportal Bayern erscheinen (www.literaturportal.bayern.de).
Aufenthaltsstipendium im Rahmen des Austauschprogramms Bayern-Québec
Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst stellt der Stipendiatin bzw. dem Stipendiaten 3.000 Euro für Flug und Lebenshaltungskosten in Québec zur Verfügung. Das Conseil des Arts et des Lettres du Québec (Calq) sichert 675 Kanadische Dollar pro Monat und die „Maison Scott“ in Gatineau für einen unentgeltlichen Aufenthalt zu. Das 1863 im italienischen Stil erbaute Haus war Feriendomizil des kanadischen Politikers Richard William Scott (1825-1913). Ermöglicht wird der Austausch von der Bayerischen Staatskanzlei, dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, der Vertretung des Freistaats Bayern in Québec sowie weiteren Partnern des Freistaats Bayern in Québec: der Ville de Gatineau, dem Ministerium für Internationale Beziehungen und die Frankophonie sowie dem Ministerium der Kultur und der Kommunikation von Québec und der Vertretung der Regierung von Québec.
Bericht auf A.TV
Feature in der Augsburger Allgemeinen
In der Augsburger Allgemeinen, deutschlands größter regionaler Zeitung, ist ein Feature über mich erschienen! Freue mich sehr über den ausführlichen Text und den Platz, den Bilder und Comics im Feuilleton bekommen haben :) Vielen Dank! Der Onlineartikel ist hier lesbar.
Comicfestival München
Danke, Comicfestival Munich, das war sehr schön. Vielen Dank an die Helden vom Artzi Team, die meinem Vortrag “Sexismus im Comic” eine Bühne gegeben haben. Und direkt danach Martina Schradis "Ach, so ist das!", die persönliche Einblicke in das Making Of von Queer Comics gegeben hat (Ich habe ihr auf der Bühne einige Fragen gestellt). Danke, Barbara Yelin, dass du das Panel “Grenzüberschreiterinnen” mit Olivia Vieweg, Katja Klengel und mir gehostet hast! Und danke an alle Gäste, die gekommen sind und den Raum gefüllt haben!
Danke, Fotografierende: Alke Müller-Wendlandt, Jonathan de Beauvoir, Katharina Netolitzky
Artikel in der Süddeutsche Zeitung & Plan W
Ein Artikel über meine Arbeit als Livezeichnerin ist gestern im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung erschienen! Zwischen Interviews mit Sarah Wagenknecht und Elke Büdenbinder, der Frau des Bundespräsidenten. Hier geht es zum Onlineartikel.
Auch auf Plan W, der Wirtschaftsplattform für Frauen der Süddeutschen Zeitung, ist ein kleines Interview in der Rubrik “aus unserer Community” erschienen. Zu finden ganz unten auf dieser Seite.
Für die Süddeutsche Zeitung habe ich auch den ersten Plan W Kongress in Berlin zeichnerisch begleitet. Ein paar der Ergebnisse kann man auch online anschauen.
Tagesspiegel Comic: Aufruhr im Tomatenbeet
Dieser Comicstrip erschien im April 2019 in der Sonntagsausgabe des Tagesspiegels.